Männerpflege zwischen Routine und Exzess: Was Kim Bum-soos Beauty-Programm wirklich bringt
Laut STARNEWS hat der südkoreanische Sänger Kim Bum-soo in der SBS-Sendung „My Little Old Boy" rund 20 Kosmetikprodukte und monatliche Nagelstudiobesuche gezeigt.

Im Studio reagierten Mitbeobachter mit Bemerkungen über die außergewöhnliche Gründlichkeit – ein Mitstreiter erklärte sinngemäß, für ihn persönlich reichten Hautcreme und Lotion.
Die Szene wirkt auf den ersten Blick wie ein Kuriosum. Auf den zweiten Blick ist sie ein nüchterner Datenpunkt: In Südkorea gehört eine durchgeplante Pflegeroutine bei Männern zwischen 30 und 50 längst zum Alltag. In Deutschland bewegen wir uns in dieselbe Richtung, nur langsamer. Genau deshalb lohnt sich die Frage, was wirklich nötig ist – und was nur nach „viel" aussieht.
Warum 20 Produkte kein Vorbild sind
Kim Bum-soo erläuterte im Beitrag, er achte bewusst auf die Nagelhaut und besuche sein Studio etwa alle vier bis sechs Wochen – auch bei vollem Terminkalender. Er bezeichnete das Gefühl, sich von anderen Männern zu unterscheiden, als persönliche Bestätigung. Was er zeigt, ist Disziplin, nicht Magie. Auch das Nagelstudio ist Mechanik: Saubere Nagelhaut reißt weniger ein und entzündet sich seltener, besonders bei viel Handkontakt im Beruf oder beim Training.
Eine hohe Produktanzahl ist dermatologisch jedoch kein Qualitätsmerkmal. Entscheidend ist nicht die Zahl der Tiegel, sondern die Reihenfolge: Reinigung, Wirkstoff, Feuchtigkeit, Lichtschutz. Wer diese vier Stufen sauber abdeckt, hat bereits eine vollständige Routine. Alles darüber hinaus ist Ergänzung, keine Pflicht – auch wenn das Marketing etwas anderes verspricht.
Was die Hautbarriere tatsächlich braucht
Die Hautbarriere ist eine Lipid-Matrix aus Ceramiden, Cholesterol und Fettsäuren. Sie wird durch heißes Wasser, aggressive Reiniger und häufige Rasur angegriffen. Wenn Sie also morgens und abends reinigen, dann verwenden Sie ein pH-hautneutrales Produkt (pH 5 bis 5,5). Heißes Wasser weicht die Barriere zusätzlich auf; lauwarmes Wasser genügt. Trockenes Abtupfen statt Rubbeln schont die Hornschicht.
Für die Wirkstoffschicht gilt: Niacinamid (Vitamin-B3-Derivat) in 5 bis 10 Prozent Konzentration stabilisiert die Barriere und reguliert die Talgproduktion. Es verträgt sich mit nahezu allen anderen Wirkstoffen und eignet sich deshalb als Einstieg. Hyaluronsäure liefert zusätzliche Feuchtigkeit, ohne die Poren zu verstopfen – ein zweiter sinnvoller Schritt bei trockener oder rasurstrapazierter Haut. Retinoide (Vitamin-A-Derivate) wirken gegen Fältchen, gehören aber in die Abendroutine und brauchen Eingewöhnungszeit.
Überversorgung ist ein reales Risiko
Mehr Produkte bedeuten mehr Kontakt, mehr Inhaltsstoffe und mehr Spielraum für Unverträglichkeiten. Wer mehrere Seren übereinander aufträgt, kann nicht mehr zuordnen, welches Produkt wirkt und welches reizt. Die saubere Methode: Ein neues Produkt zwei Wochen allein testen, bevor ein weiteres hinzukommt. So sehen Sie schwarz auf weiß, was wirkt, und was nur die Packung verspricht.
Kim Bum-soo betreibt Pflege sichtbar als System, nicht als Laune. Genau dieser Punkt lässt sich übertragen: Weniger Produkte, dafür jede Stufe konsequent umgesetzt, schlägt jede Sammlung von 20 Tiegeln ohne Plan. Das ist der eigentliche Vorsprung, den die Sendung zeigt – nicht die Anzahl, sondern die Konsequenz.